Alina Iltschenko

„Unsere Länder verstehen, wie sonst niemand, den Wert und die Fragilität friedlicher Zeiten. Gemeinsam sind wir bestrebt, die friedliche europäische Ordnung zu erhalten, die wir hoch schätzen“

1. Mit 25 ist es für mich symbolisch, dass auch Deutschland und die Ukraine den 25. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen begehen. Wir sind also Altersgenossen. Von früh auf habe ich herzliche Gefühle für Deutschland gehabt, denn seit meiner Schulzeit lerne ich Deutsch und bewundere das Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft. 

Es ist angenehm darauf hinzuweisen, dass unsere Länder, wie sonst niemand, den Wert und die Fragilität friedlicher Zeiten verstehen. Gemeinsam sind wir bestrebt, die friedliche europäische Ordnung zu erhalten, die wir hoch schätzen.

Deutschland war 1992 das erste Land, dem der erste Präsident der Ukraine Krawtschuk einen Staatsbesuch abgestattet hat.

Jetzt gibt es in der Ukraine zahlreiche deutsche Förderprojekte, Mobilitätsprogramme für Studenten, Postgraduierte und Hochschullehrer. Dank eines solchen Praktikums habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, farbenprächtige deutsche Orte in der Vorweihnachtszeit erlebt und bin mit der deutschen Kultur in Berührung gekommen, was ich sehr zu schätzen weiß.    

2. Ich wünsche jedem Bürger, freundschaftliche und partnerschaftliche Beziehungen weiter zu entwickeln. Ich verstehe, dass die Ukraine vor vielen Herausforderungen im Zusammenhang mit der europäischen Integration steht, bei denen wir auf Mitstreiter und Ratgeber angewiesen sind. 

Ohne institutionelle Reformprozesse können wir dem nicht gerecht werden. Deshalb hat das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der EU das Ziel, strukturelle Änderungen durchzuführen und uns den besten Entwicklungsmethoden anzunähern, wofür Deutschland ein gutes Beispiel ist. Dabei geht es auch um die Stärkung unserer Möglichkeiten auf wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftspolitischer Ebene.

Ich denke, dass unsere Länder beiderseitig eine Reihe von Prozessen und Ereignissen für die nächsten 25 Jahre geplant haben. Und alle informierten Bürger werden sie verständnisvoll annehmen und den Weg guter Veränderungen und der Erhaltung der freundschaftlichen Beziehungen beschreiten.     

3. Bei meinem Aufenthalt in Deutschland haben wir einen Abend der ukrainischen Kultur veranstaltet und zusammen mit deutschen Studenten Teig gerührt und ausgerollt und dann Teigtaschen mit Kartoffeln und  Kraut gefüllt. Es sah sehr lustig aus, als unsere Kollegen die Teigtasche nicht gleich hinbekamen, sie zerbröckelte und die Kartoffeln fielen heraus. Doch ein Junge ist auf die Idee gekommen, die Teigränder zweimal festzurollen, was viel zuverlässiger war. Das war eine gute Zeit, um unseren Kollegen die Zubereitung unseres Nationalgerichts beizubringen und das gemeinsame Kochen zu genießen.    

Alina Iltschenko

Alina Iltschenko